„Verkaufen Sie einen Teil Ihres Hauses und wohnen Sie trotzdem weiter drin“: Der Teilverkauf klingt nach der eleganten Lösung für Eigentümer mit viel Immobilienvermögen und wenig Liquidität. Das Modell funktioniert, ist aber teuer und einseitig. Wer rechnet, findet fast immer eine bessere Option.
Das Modell
Sie verkaufen einen Anteil Ihrer Immobilie (üblich sind bis zu 50 %) an ein Unternehmen und erhalten dafür eine Einmalzahlung. Wohnen bleiben Sie über ein Nießbrauch- oder Wohnrecht. Für die weitere Nutzung des verkauften Anteils zahlen Sie fortan ein Nutzungsentgelt, faktisch eine Miete auf den Teil, der Ihnen nicht mehr gehört.
Die versteckten Kosten
Der Teufel steckt in der Dauerbelastung. Ein Beispiel aus der Praxis: Wer 20 % verkauft und 100.000 € erhält, zahlt oft rund 4,99 % pro Jahr Nutzungsentgelt (etwa 416 € im Monat). Über die Jahre summiert sich das erheblich. Dazu kommen zwei weitere Posten:
- Durchführungsentgelt. Beim späteren kompletten Verkauf verlangen viele Anbieter mehr als 5 % des Verkehrswerts des gesamten Objekts.
- Volle laufende Kosten. In fast allen Verträgen tragen Sie 100 % der Instandhaltung und Reparaturen, obwohl Ihnen nur noch ein Teil gehört.
Sie zahlen für etwas, das Ihnen nicht mehr gehört
Nutzungsentgelt auf den verkauften Anteil, volle Reparaturkosten auf das ganze Haus, dazu ein Durchführungsentgelt am Ende: Die Belastung liegt regelmäßig über dem, was ein gewöhnlicher Kredit kosten würde, bei mehr Risiko.
Warum Experten warnen
Verbraucherzentralen, die BaFin und Stiftung Warentest sehen den Teilverkauf seit Jahren kritisch: hohe Nutzungsentgelte, undurchsichtige Verträge, einseitige Kostenverteilung und wenig Sicherheit für die Eigentümer. Teils haben Gerichte einzelne Vertragsklauseln beanstandet. Kurz: Das Modell ist selten die günstigste und selten die sicherste Lösung.
Die besseren Alternativen
| Modell | Prinzip | Eher geeignet für |
|---|---|---|
| Kredit / Beleihung | Darlehen gegen Grundschuld, Immobilie bleibt ganz Ihnen | wer Einkommen und Bonität hat, oft am günstigsten |
| Leibrente | Verkauf gegen lebenslange monatliche Rente plus Wohnrecht | Ältere (etwa ab 70) ohne Erbmotiv |
| Umkehrhypothek | Bank zahlt aus; Rückzahlung erst nach Tod oder Auszug | Ältere, die im Haus bleiben wollen |
Welche Option passt, hängt von Alter, Einkommen, Erbwunsch und Zeithorizont ab. Rechnen Sie den Teilverkauf gegen diese Alternativen und kennen Sie vorher den Wert der Immobilie realistisch zu kennen.
Häufige Fragen
Ist der Teilverkauf grundsätzlich schlecht?
Nicht per se, aber selten die beste Wahl. In den meisten Fällen ist ein gewöhnlicher Kredit oder, im Alter, eine Leibrente günstiger und transparenter. Rechnen Sie die Gesamtkosten über die erwartete Laufzeit durch.
Was kostet mich das Nutzungsentgelt konkret?
In der Regel 4 bis 6 Prozent pro Jahr auf den ausgezahlten Betrag. Bei 100.000 € sind das schnell mehrere hundert Euro im Monat, dauerhaft, zusätzlich zu Reparaturkosten und späterem Durchführungsentgelt.
Wer trägt Reparaturen nach dem Teilverkauf?
In fast allen Verträgen weiterhin Sie, zu 100 %, obwohl Ihnen nur noch ein Teil der Immobilie gehört. Das ist einer der Hauptkritikpunkte am Modell.
Eine belastbare Einordnung statt einer schnellen Zahl
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Kontakt aufnehmenAllgemeine Information, keine Finanz- oder Rechtsberatung. Konditionen und Entgelte variieren je nach Anbieter und Vertrag; Stand 2026. Vergleichen Sie Angebote und ziehen Sie unabhängigen Rat hinzu.
Quellen
- 1.Teilverkauf der eigenen Immobilie: Was sind die Haken? (Verbraucherzentrale)
- 2.Immobilienrente im Vergleich (Stiftung Warentest)
- 3.Haus-Teilverkauf: Finanzaufsicht warnt vor diesem Modell (Wohneigentum NRW)
- 4.Nutzungsentgelt beim Teilverkauf: Tabelle (transparent-beraten.de)

