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Geld & Vorsorge

Altersvorsorgedepot ab 2027: Was die Reform für Sie ändert

August 2026Lesezeit 6 Min.

Die staatlich geförderte Altersvorsorge wird umgebaut, und anders als lange gedacht ist die Reform inzwischen beschlossen. Ab 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab: gefördert, ETF-fähig, aber ohne Beitragsgarantie. Was das konkret bedeutet und für wen sich der Wechsel lohnt.

Was beschlossen ist

Lange war die Reform nur ein Entwurf. Das ist vorbei. Bundestag und Bundesrat haben sie 2026 verabschiedet, sie ist seit Ende Mai 2026 in Kraft. Zum 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot und wird die zentrale Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Für die Riester-Rente bedeutet das: Im Neugeschäft wird sie abgelöst.

Die Förderung

Der Staat legt in Form von Zulagen etwas drauf, gestaffelt, damit gerade kleine Beiträge stark gefördert werden:

BausteinHöheBedingung
Grundzulagebis 540 € / Jahr50 % auf die ersten 360 €, 25 % bis 1.800 €
Kinderzulagebis 300 € / Kind100 % auf bis zu 300 €, voll ab 25 €/Monat
Berufseinsteiger-Bonuseinmalig 200 €für unter 25-Jährige

Ein Beispiel zeigt die Wirkung: Eine Familie mit zwei Kindern kommt bei 1.800 € Eigenbeitrag auf 540 € Grundzulage plus 2 × 300 € Kinderzulage, insgesamt 1.140 € Förderung, also eine Förderquote von rund 63 %. Einzahlen lassen sich jährlich 120 bis 6.840 €.

Keine Garantie: Chance und Risiko

Der wichtigste Unterschied zu Riester: Es gibt keine Beitragsgarantie mehr. Das Kapital kann breiter und renditeorientierter angelegt werden (etwa in ETFs), kann aber auch schwanken. Über lange Laufzeiten ist das für die meisten Sparer eher Chance als Nachteil; wer Sicherheit über alles stellt, muss die fehlende Garantie aber bewusst einplanen.

Frühstart-Rente: noch nicht final

Für Kinder von 6 bis 18 Jahren ist eine staatliche Einzahlung von 10 € im Monat geplant, zunächst für den Jahrgang 2020. Das wird aber in einem eigenen Gesetz geregelt, das noch nicht endgültig beschlossen ist. Details zur Frühstart-Rente können sich also noch ändern.

Riester behalten oder wechseln?

Bestehende Riester-Verträge laufen weiter. Sie müssen nichts überstürzen. Ob sich ein Wechsel ins Depot lohnt, hängt vom Einzelfall ab: garantierte Ansprüche, Kosten des Altvertrags, Anlagehorizont und Risikoneigung. Das lässt sich durchrechnen, dabei hilft eine unabhängige Beratung.

Häufige Fragen

Muss ich meinen Riester-Vertrag jetzt kündigen?

Nein. Bestehende Riester-Verträge bleiben gültig und laufen weiter. Das Altersvorsorgedepot betrifft zunächst das Neugeschäft ab 2027. Ein Wechsel ist möglich, aber kein Automatismus.

Wie hoch ist die maximale Förderung?

Die Grundzulage beträgt bis zu 540 € im Jahr, dazu kommen bis zu 300 € je Kind und einmalig 200 € für Berufseinsteiger unter 25. Eine Familie mit zwei Kindern erreicht so über 1.100 € Förderung im Jahr.

Ist mein Geld im Depot sicher?

Es gibt keine Beitragsgarantie. Die Anlage kann breiter und chancenreicher erfolgen, unterliegt aber Marktschwankungen. Über lange Zeiträume relativiert sich das Risiko meist, garantiert ist es nicht.

Eine belastbare Einordnung statt einer schnellen Zahl

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Kontakt aufnehmen

Dieser Beitrag informiert allgemein und ist keine Anlageberatung. Rechtsstand: Reform in Kraft seit Mai 2026, Start des Depots 1.1.2027; die Frühstart-Rente ist ein eigenes, noch nicht final beschlossenes Gesetz. Geldanlage ohne Garantie kann zu Verlusten führen.

Quellen

  1. 1.Das Altersvorsorgedepot 2027: staatliche ETF-Förderung (justETF)
  2. 2.Altersvorsorgedepot Förderung: max. 540 € Zulage (finanzfacts)
  3. 3.Altersvorsorgedepot 2027: Förderung, Kosten & Riester-Reform (Raisin)
  4. 4.Altersvorsorge-Reform 2027 (SV SparkassenVersicherung)