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Privatinvestoren paradox

privat investieren Think © Gina Sanders - Fotolia.com

Niedrigzinspolitik, Inflation und Bankenrettung. Nichts ist wie es einmal war. Während Sachwerte sowohl aus Rendite-, als auch aus Sicherheitsüberlegungen heraus, in den Zeiten einer globalen Finanz- und Fiskalkrise das Mittel der Wahl sein müssten, parken deutsche Privatinvestoren ihr Vermögen, mehr denn je, bei Banken und Versicherungen. 100 %ige Sicherheit ist dort nicht mehr gegeben und die Geschäftsmodelle häufig nicht mehr tragfähig. Die einzige Sicherheit des Investors ist häufig, dass sein Vermögen weniger wird. Geschlossene Fonds hingegen erwirtschaften solide Renditen bei besser kalkulierbaren Risiken. Die durchschnittliche Rendite dieser Beteiligungsform beträgt 4,2 %*, über alle Anlageklassen hinweg. Wer bei der Wahl seiner Beteiligung hinsichtlich Anlageklasse, Emittent und Produkt ein gutes Händchen hat und in der oberen Hälfte der angebotenen Produkte landet, erwirtschaftet bereits eine 2-stellige Rendite*.

Was in Zeiten der Krise zunächst unglaublich klingt, hat die Deutsche Bundesbank erst kürzlich bestätigt: das Geldvermögen der Deutschen steigt. 2010 noch lag es bei 4.654,4 Mrd. Euro, 2012 bereits bei 4.939,0 Mrd. Euro. Ein Gro?teil dieses Vermögens ist trotz Inflation und anhaltender Niedrigzinspolitik seitens der EZB als Bargeld und Sichteinlagen hinterlegt oder über Versicherungen investiert, mit steigender Tendenz. Bargeldeinlagen wuchsen so in den letzten beiden Jahren von 914,1 Mrd. Euro (2010) auf 1.056,9 Mrd. Euro (2012) an, ebenso die Ansprüche deutscher Anleger gegenüber Versicherungen. Diese lagen 2010 noch bei 1.358,1 Mrd. Euro und erhöhten sich bis 2012 auf 1.468,9 Mrd. Euro. Unbeachtet lassen die Deutschen dabei offensichtlich zwei Dinge: Zum einen die höchstens noch fragwürdige Sicherheit von Sparguthaben bei Banken, wie das Beispiel Zypern zeigt. Und zum anderen die Inflation, die selbst bei niedrigen Raten, in Deutschland liegen sie im langjährigen Durchschnitt bei 2 % p.a., den Geldwert beständig schmälert. Und auch Versicherungen, laut Bundesbank des Deutschen zweitliebstes Geldspar- und -parkvehikel, kämpfen mit einem ähnlichen Problem. Denn sie können aufgrund ihrer meist traditionellen Assetallokation, sprich Anleihen, vor dem Hintergrund der nach wie vor niedrigen Zinsen kaum mehr Renditen oberhalb der Inflationsrate erzielen, im Ergebnis erwirtschaften sie folglich ein Minus. Dass verzinsliche Wertpapiere als Anlageklasse inzwischen schwierig geworden sind, scheinen Privatanleger wiederum auch erkannt zu haben. So ist das hier investierte Volumen von 254,1 Mrd. Euro in 2010 auf 238,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr gesunken. Dennoch bleibt besonders bei privaten Investoren eine große Unsicherheit bestehen, wo das eigene Geld am besten aufgehoben ist. Dabei machen es institutionelle Investoren wie Family Offices, Pensionskassen und Stiftungen längst vor: Sie schichten ihr Vermögen in Sachwerte um, vor allem in Form von Beteiligungen. Entscheidend ist dabei eine umfassende Bewertung des Anlageobjekts, seines Ertragspotenzials und seines Risikoprofils. Denn wie bei anderen Anlageklassen auch, sind Sachwerte als Solches nicht per se gut oder schlecht. Stimmen allerdings die genannten Parameter, bieten Sachwertinvestments das, was Anleger suchen und in klassischen Vehikeln kaum mehr finden: Kapitalerhalt und Ertragsstabilität bei moderaten Risiken.

Mit Blick auf diese Überlegungen setzen deutsche Investoren im Sachwertsegment vor allem auf Immobilien. So war im vergangenen Jahr ein Vermögen von ca. 8,9 Bio. Euro in Immobilien investiert. Doch auch Erneuerbare Energien gewinnen zunehmend an Bedeutung. So investieren Institutionelle z.B. Stiftungen und Versorgungswerke, verstärkt in Windenergie-, Solar- und Wasserkraftprojekte. Als Grund dafür gibt diese Investorengruppe vor allem das nachvollziehbare Risikoprofil sowie die gut kalkulierbaren Erträge an, ein Ziel, das auch private Anleger verfolgen.

Wasserkraft: Effizienter Sachwert für eine optimale Portfoliodiversifikation

Im Erneuerbare-Energien-Bereich zeigt insbesondere Wasserkraft großes Potenzial. Denn als weltweit meistgenutzte regenerative Energiequelle, laut Global Status Report Renewables lag die global installierte Kapazität 2012 mit 970 Gigawatt (GW) deutlich über den Leistungen von Solar- und Windenergie, verfügt Wasserkraft mit 90-95 % über den mit Abstand höchsten Wirkungsgrad. Damit ist sie die effizienteste aller erneuerbare Energieträger. Doch Wasserkraftinvestoren stehen vor der grßen Herausforderung, geeignete Standorte für eine rentable Wasserkraftnutzung zu finden. Denn Flächenpotenzial für neue Kraftwerke ist in den etablieren westlichen Industrieländern rar. Zu den ressourcenstärksten Wasserkraftstandorten gehört dagegen laut DB Research u.a. Südosteuropa. Beispiel Türkei: Das Land verfügt über 16 % des theoretisch verfügbaren Wasserkraftpotenzials Europas, greift aber erst auf etwa ein Drittel dieser Kapazität zurück. Aufgrund der hohen Energienachfrage des türkischen Binnenmarktes plant die türkische Regierung einen Ausbau dieser Ressourcen und den Anteil alternativer Energieträger an der Stromerzeugung auf 30 % zu erhöhen. Investoren können dieses Potenzial beispielsweise mit dem Aquila HydropowerINVEST IV ausschöpfen. Dazu Aquila-Capital-Geschaftsführer Axel Stiehler: „Mittlerweile haben private und institutionelle Investoren knapp 50 Mio. Euro in das aktuelle Wasserkraft-Portfolio von Aquila Capital investiert, das entspricht über 80 % des geplanten Eigenkapital-Anteils. Nur noch bis zum 31. August können sich private Investoren in Form des Aquila HydropowerINVEST III und IV an den fünf bereits an das Stromnetz angeschlossenen Wasserkraftwerken in der Türkei beteiligen“. Investorengelder sind dabei über eine Investitionsgarantie der Bundesregierung Deutschland abgesichert. Denn diese stellt Investoren so, als würden sie in Deutschland investieren.

Immobilienprojektierung: Zukunftsstarke Nische im Sachwertsegment

Eher zu den Klassikern im Sachwertsegment gehören dagegen Immobilieninvestments. Vor allem der Bereich Wohnen steht bei Investoren hoch im Kurs. So entfällt mit 75 % der mit Abstand größte Anteil des Immobilienbestands auf private Wohnungen und Invest-Wohnungen. Trotz dieser bereits hohen Quote ist ein mittel- bis langfristiger Anstieg, insbesondere in Ballungszentren wie Hamburg und München, wahrscheinlich. Hintergrund ist die enorme Nachfrage, die das vorhandene Angebot bei Weitem übersteigt. So herrscht bereits heute in vielen Ballungszentren regelrecht Wohnungsnot. Laut Deutschem Mieterbund (DMB) fehlen aktuell rund 250.000 Mietwohnungen. Die Schaffung zusätzlichen Wohnraums ist daher alternativlos. Zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen vor allem Projektentwickler. Dieses noch recht junge Segment bietet gro?es Potenzial. So beläuft sich allein der jährliche Bedarf im Mietwohnungsbau in Deutschland auf 130.000 Wohnungen. „Dies entspricht einer Verdoppelung der aktuellen Bauleistung“, erklärt Lahcen Knapp, Geschäftsführer der One Group. Das Hamburger Unternehmen ist auf die Projektentwicklung von Wohnimmobilien spezialisiert. Aktuell befindet sich der ProRealDeutschland Fonds 2 in der Platzierungsphase. Investoren beteiligen sich über den Fonds an der Entwicklung und dem Verkauf von Wohnimmobilienprojekten in deutschen Metropolen. „Hier übernehmen wir von der One Group sämtliche Kosten. Auch das Agio zahlen wir den Anlegern am Ende der dreijährigen Laufzeit verzinst komplett zurück“, führt Knapp aus.

Sachwerte, ein Fazit

An diesen beiden Beispielen lässt sich nachvollziehen, was den grundlegenden, Wertschöpfungscharakter von Sachwerten ausmacht: eine zugrunde liegende reale Nachfrage, der ein immer knapper werdende Angebot gegenüber steht. Sachwerte antworten auf diese realwirtschaftliche Verknappung und bieten Investoren auf dieser Grundlage die Chance auf langfristige Erträge, die oberhalb der Inflationsrate liegen.

*Für diese Renditeberechnung wurde der Mittelwert aller 1199 liquidierten und bei Procompare erfassten Beteiligungen ermittelt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.Leistungsbilanzvergleich.de.