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Logistikimmobilien

Nische mit Wachstumspotenzial

Speicherstadt Logistikimmobilien Alte Speicherstadt Hamburg - Logistikimmobilien © JR Photography - Fotolia.com

Logistikimmobilien stellen einen wesentlichen Produktionsfaktor der Warendistribution dar. Im Vergleich zu Gewerbeimmobilien führen sie dennoch nach wie vor ein Nischendasein. Ein Umstand, der mit Blick auf die Renditeentwicklung der vergangenen 10 Jahre durchaus verwundert. Denn in diesem Zeitraum realisierten Investoren mit dem Asset regelmäßig Spitzenrenditen oberhalb der Sechs-Prozent-Marke. Aufgrund der starken Wachstumsraten der Branche hat in den vergangenen Jahren auch das Investoreninteresse für diese Anlageklasse sukzessive zugenommen.

Wachstumstreiber:Einzelhandel und E-Commerce

Verantwortlich für diese positive Entwicklung ist einerseits der starke Einzelhandel, dessen Umsätze wieder spürbar anziehen. Nachdem 2009 ein Bruttoumsatz von 489 Mrd. Euro generiert werden konnte, prognostiziert das Statistische Bundesamt für 2015 ein Plus von fast 24 Prozent auf dann 604 Mrd. Euro. Neben dem Einzelhandel fungiert der Bereich E-Commerce, also der Handel mit Waren über das Internet, als Wachstumsturbo. Fast ein Fünftel aller Einkäufe werden hierzulande inzwischen online abgewickelt, die jährlichen Zuwachsraten liegen bei durchschnittlich 11 Prozent. Selbstverständlich ist der zunehmende Online-Handel kein rein deutsches Phänomen. In den drei größten E-Commerce-Märkten Frankreich, England und Deutschland hat er sich allein in den vergangenen fünf Jahren nahezu verfünffacht. In den kommenden Jahren dürfte sich dieses Wachstum weiter fortsetzen. Aktuelle Prognosen gehen von einem europaweiten Umsatz im Jahr 2017 von rund 191 Mrd. Euro aus – eine Steigerung um gut 70 Prozent im Vergleich zu heute.

Bedarf an Lagerflächen steigt

Im Zuge des zunehmenden Online-Handels gehen immer mehr Pakete auf die Reise. Laut einer Marktanalyse des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) steigerte sich der Umsatz innerhalb der Branche für Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen (kurz KEP-Markt) seit dem Jahr 2000 um 55 Prozent. Im vergangenen Jahr verzeichnete der KEP-Markt mit einem Umsatzvolumen von 15,5 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert.

Transaktionsvolumen zieht an

Aufgrund der wachsenden Zahl von Päckchen und Paketen steigt entsprechend auch der Bedarf an Lagerflächen. Allein im vergangenen Jahr belief sich der Flächenumsatz des Logistikmarktes Deutschland auf über 5 Mio. Quadratmeter. Damit wurde der zehnjährige Flächenumsatz um 41 Prozent übertroffen. Laut Angaben des Immobiliendienstleisters CBRE stellten Logistikimmobilien 2012 mit einem Transaktionsvolumen von 1,75 Mrd. Euro einen Anteil von sieben Prozent am gesamten deutschen Gewerbeimmobilienmarkt – und Experten rechnen mit einer weiteren Steigerung. Bereits in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden Transaktionen im Wert von über einer Mrd. Euro umgesetzt – was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 42 Prozent bzw. 310 Mio. Euro entspricht. Damit etablierten sich Lager- und Logistikimmobilien nach Büro- und Einzelhandelsimmobilien als drittstärkste Kraft und bauten ihren Anteil am Gesamtinvestmentmarkt auf acht Prozent weiter aus. Gegenüber 2011 konnte die Assetklasse Logistik ihren Anteil am Gesamtmarkt somit mehr als verdoppeln.

Deutschland bietet hervorragendes Investitionsumfeld

Die Entwicklung des Transaktionsvolumens verdeutlicht den Trend hin zur Logistikimmobilie. Insbesondere in Deutschland finden deren Betreiber eine hervorragendes Investitionsumfeld vor: die Qualitäts- und Sicherheitsstandards sind ebenso hoch wie der Grad der Mitarbeiterqualifikation. Hinzu kommt eine ausgezeichnet ausgebaute Infrastruktur. So verfügt die Bundesrepublik mit rund 12.8000 Kilometern über das längste Autobahnnetz Europas. Ein weiterer Pluspunkt ergibt sich aus der guten geografischen Lage Deutschlands im Herzen Europas. Zwar kann sich auch die Bundesrepublik aufgrund der starken Exportabhängigkeit nicht vollends von der Eurokrise lösen, allerdings profitiert das Land und insbesondere die Logistikbranche von einer anhaltend starken Binnennachfrage. Sollte sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr wieder erholen, dürften auch deutsche Lager- und Logistikimmobilien entsprechend profitieren.

Resümee

Nicht zuletzt aufgrund dieser positiven Aussichten erfreut sich die Anlageklasse Logistikimmobilien bei Investoren zunehmender Beliebtheit. Privatinvestoren, Fondsmanager, offene Immobilien- und Spezialfonds investierten vor diesem Hintergrund im ersten Quartal 2013 bereits jeweils einen dreistelligen Millionenbetrag in deutsche Lager- und Logistikimmobilien. Das investierte Kapital entspricht annähernd 40 Prozent des gesamten Vorjahreswertes und jeweils 70 Prozent des Jahresvolumina aus 2010 und 2011. Diese Zahlen machen eines deutlich: Lager- und Logistikimmobilien bieten dynamische Wachstumsraten. Gleichzeitig verbinden sie das klassische Segment der Immobilienfonds mit dem zukunftsweisenden Trend des E-Commerce und entsprechen gleichzeitig dem Investorenwunsch nach Stabilität. Daher stellt das Asset Logistikimmobilie einen wichtigen Baustein für ein diversifiziertes Portfolio dar.