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Erneuerbare Energien

Trends bei Beteiligungsmodellen

Erneuerbare Energien Erneuerbare Energie © guukaa - Fotolia.com

Für Investoren ist es an der Zeit umzudenken. Anleihen erreichen durch die anhaltende Niedrigzinspolitik kaum mehr den Kapitalerhalt, Aktien sind aus Anlegersicht aufgrund der hohen Volatilität der Märkte oftmals zu riskant. Auf der Suche nach Alternativen setzen Privatinvestoren zunehmend auf Beteiligungsmodelle im zukunftsstarken Erneuerbare-Energien-Segment.

Die Attraktivität Erneuerbarer Energien wird maßgeblich durch globale Makrotrends bestimmt. So forciert der weltweit steigende Energiebedarf bei gleichzeitigen Verknappungstendenzen fossiler Energieträger den zunehmenden Einsatz und Ausbau regenerativer Energiequellen. Allein der Anteil von Wind- und Sonnenenergie sowie Wasserkraft am Gesamtenergieverbrauch der Europäischen Union (EU) soll daher in den kommenden sieben Jahren von jetzt 13 % auf 20 % erhöht werden. Investoren profitieren dabei von gut kalkulierbaren Erträgen bei moderaten Risiken.

Photovoltaik
In der Vergangenheit setzten Privatanleger vor allem auf Photovoltaik-Projekte (PV). Laut Angaben von Bloomberg New Energy Finance aber gingen die PV-Investitionen im ersten Quartal 2013 stark zurück. Als Grund führte Bloomberg vor allem politische Unsicherheiten in etablierten PV-Märkten wie Deutschland an. Für Investoren werden die bereits umgesetzten Kürzungen der Einspeisevergütungen künftig eine deutliche Änderung des Renditeprofils mit sich bringen. Noch aber bieten bestehende Solarfonds eine zufriedenstellende Bilanz, wie der FondsMedia PerformanceCheck 2013 bestätigt. „Da die Einspeisevergütungen in Deutschland und Frankreich zukünftig planmäßig weiter sinken, verändern sich damit allerdings die Rentabilitätsprofile des Photovoltaik-Segments“, erläutert Axel Stiehler, Geschäftsführer bei Aquila Capital. Zwar bleibe das Asset – je nach Standort und Ausgestaltung – interessant, geringere Renditen seien aber sicher. Daher empfiehlt Stiehler: „Investoren mit Interesse an dieser Anlageklasse sollten jetzt noch die Gelegenheit nutzen, in Produkte mit besseren Konditionen einzusteigen, um das Photovoltaik-Potenzial voll auszuschöpfen und dabei von attraktiveren Einspeisevergütungstarifen zu profitieren.“ Für künftige Solarprojekte rücken vor dem Hintergrund der tariflichen Regression dagegen zunehmend Geschäftsmodelle in den Investorenfokus, die auch bei einer Veräußerung auf dem freien Strommarktrentabel sind. Das gilt insbesondere für Projekte mit europäischer Ausrichtung. Auf diese Weise profitieren Investoren auch zukünftig von dem Potenzial des PV-Segments.

Wasserkraft
Beteiligungen im Bereich Wasserkraft bieten Investoren aussichtsreiche Chancen. Im Gegensatz zu Photovoltaik und auch zu Windenergie produziert Wasserkraft jedoch bereits heute rentabel Strom und ist daher nicht auf staatliche Subventionen angewiesen. Es verwundert daher kaum, dass Wasserkraft weltweit die meist genutzte regenerative Energiequelle darstellt. Gleichzeitig bietet sie aufgrund des hohen Wirkungsgrads von bis zu 95 % die effizienteste Form der Energieerzeugung. Dies zeigt sich auch in den – im Vergleich zu anderen Erneuerbaren aber auch fossilen Energieträgern – geringen Stromerzeugungskosten. Nicht zuletzt aus diesen Gründen kommt Wasserkraft in vielen Ländern Europas bereits heute eine große Bedeutung zu. Norwegen erzeugt bspw. rund 99 % seiner Elektrizität mit der Kraft des Wassers. An diesem Beispiel zeigt sich: Wasserkraft ermöglicht bereits gegenwärtig eine zukunftssichere und nachhaltige Stromerzeugung.

Bei der Auswahl geeigneter Projekte stoßen Investoren jedoch häufig auf eine der zentralen Herauforderungen: So gibt es in den westeuropäischen Industrienationen kaum noch rentabel zu nutzende Standorte. Ein anderes Bild jedoch zeigt der Blick nach Südosteuropa, das erst auf 40 % seiner Wasserkraftressourcen zurückgreift. Die Türkei bspw. verfügt über 16 % des theoretisch nutzbaren Wasserkraftpotenzials innerhalb Europas, schöpft aber nur etwa 36 % dieser Ressourcen aus. Mittelfristig wird sich dies jedoch ändern. Grund dafür ist der enorme Energiebedarf des Landes – getrieben vor allem durch eine starke Binnennachfrage. Um diese künftig auch nur annähernd decken zu können, ist die stärkere Einbindung regenerativer Energieträger alternativlos. Dies hat auch die türkische Regierung erkannt und fördert daher den Ausbau der Erneuerbaren. Für Investoren besonders interessant: Durch den Anschluss des Landes an das europäische Verbundsystem besteht die Möglichkeit, den Strom am freien Markt zu verkaufen. „Dadurch können mitunter höhere Renditen erzielt werden“, so Jan-Erik Schulien, Director Hydro Group bei Aquila Capital. Der aktuellen Aquila-Fonds „Aquila HydropowerINVEST IV“ wurde durch das AlphaAssets-Expertenpanel bewertet. Die Bewertung kann unter alpha-asstes.de kostenlos angefordert werden.

Windenergie
Aufgrund zunehmend effizienterer Technologien rückt auch Windenergie verstärkt in den Anlegerfokus. Längst konnten die Probleme und Kinderkrankheiten aus der ersten Generation der Windenergieanlagen und -fonds überwunden werden. „Heute schöpfen Hightech-Anlagen Windgeschwindigkeiten voll aus und generieren damit für Investoren solide Erträge“, erklärt Thomas Hartauer, Vorstand der Regensburger Lacuna AG. Vor diesem Hintergrund sinken auch die Stromerzeugungskosten stetig. Sie nähern sich im Onshore-Bereich Deutschlands bereits denen fossiler Energieträger an. Im Offshore-Segment sieht die Situation noch etwas anders aus. Die vergleichsweise noch junge Technologie bringt zwar große Chancen mit sich, birgt jedoch aufgrund der bislang geringen Erfahrungsbreite auch viele Risiken. Noch setzen vor allem Privatanleger daher insbesondere auf Onshore-Projekte.

In Deutschland jedoch müssen Investoren mittlerweile zunehmend auf Binnenstandorte ausweichen, da ein Großteil des Windenergie-Potenzials, vor allem an den küstennahen Standorten, bereits ausgeschöpft ist. Insbesondere im süddeutschen Raum allerdings befinden sich noch kleinere Flächen mit wirtschaftlich rentablem Potenzial. Dies bestätigt auch der Bundesverband WindEnergie. Demzufolge verfügt Bayern mit 41 Gigawatt (GW) über das bundesweit größte Windenergiepotenzial. Zum Vergleich: In Niedersachsen liegt das Potenzial bei nur 26 GW. Anbieter wie die Regensburger Lacuna setzen auf diese Marktchancen und leisten dabei gleichzeitig einen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung. Vor dem Hintergrund der nach wie vor ungelösten Nord-Südtrassenproblematik ist die Energieerzeugung vor Ort eine der gangbarsten Wege, um die Energie- und Stromversorgung auch langfristig zu sichern. Investoren, die sich an größeren Flächen beteiligen möchten, weichen im Onshore-Segment Windenergie dagegen immer stärker auf Auslandsmärkte wie z.B. Frankreich aus. Neben politischer Stabilität und guter Bonität steht für sie auch die Frage nach dem Bestehen EEG-ähnlicher Regelungen im Mittelpunkt.

Fazit
Beteiligungen im Bereich Erneuerbare Energien bieten attraktive Investmentchancen. Denn die Erlösströme sind mit der Entwicklung der Kapitalmärkte unkorreliert. Bei der Wahl des Investments sollten Investoren bestimmte Parameter beachten. So empfiehlt es sich auf erfahrene Anbieter zu setzen, die in diesem Segment über umfassende Expertise und einen langjährigen Track-Rekord verfügen. Dadurch lassen sich potenzielle Risiken von vornherein minimieren. Neben dem Anbieter ebenfalls besonders wichtig ist das politische und rechtliche Umfeld des Investitionslandes. Eine Investition sollte daher nur dann in Betracht gezogen werden, wenn hier die notwendige, langfristige Stabilität bzw. Rechtssicherheit gegeben ist.