Panta rhei – Das Potenzial von Wasserkraft für Investoren

Unabhängig von politischem Willen und Fördermodellen bietet Wasserkraft bereits seit Jahrzehnten rentable Anlagen zur Stromproduktion für Investoren und Industrie. Dieses enorme Potenzial gewinnt aufgrund der Strompreisentwicklung und fortschreitenden Vereinheitlichung des europäischen Elektrizitätsmarktes immer weiter an Attraktivität – und wird als Anlageklasse endlich auch für Privatinvestoren in Form von Beteiligungsmodellen erschlossen.

Vorab 3 Wasserkraft-Fakten:

  • Weltweit ist sie die am meisten genutzte erneuerbare Energiequelle
  • Sie verfügt über den höchsten Wirkungsgrad
  • Sie ist zudem die älteste eingesetzte regenerative Energiequelle

Wasserkraft im Vergleich

Die oben genannten Vorteile der Wasserkraft gegenüber anderen Energiequellen führen dazu, dass ihr Anteil am Energie-Mix der EU in etwa gleichauf mit der Kapazität der Kernenergie liegt (mit jeweils etwas über 15 %, 2009). Wasserkraft hält dabei mit großem Abstand den ersten Platz unter den Erneuerbaren Energien in der EU. Windenergie hat in den letzten 10 Jahren zwar stark aufgeholt, spielt aber mit knapp 10 % noch eine untergeordnete Rolle. Solarenergie stellt lediglich in der Beteiligungsbranche eine relevante Größe dar, im Mix der Energien findet sich ihr Anteil bei gerade mal ca. 1 %.

Die Vorteile gegenüber fossilen Brennstoffen liegen auf der Hand: Wasserkraft erzeugt keine relevanten Emissionen und braucht keine Brennstoffzufuhr. Ein der Ressourcenknappheit geschuldeter wichtiger Aspekt, aber auch politisch zunehmend bedeutend. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen erzwingen auch die Lieferunterbrechungen bei Erdgas und Preisdiktate durch die OPEC, so dass Wasserkraft nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes wichtiger wird, sondern darüber hinaus die Energierechnung der jeweiligen Länder entlastet sowie die Sicherheit der Energieversorgung erhöht. Die Kosten liegen, wie bei den Erneuerbaren Energien üblich, in der Bau- und nicht in der Betriebsphase. Hier punktet Wasserkraft, da die extrem hohe uneingeschränkte Lebensdauer der Anlagen – die ältesten noch im Einsatz befindlichen Werke sind über 100 Jahre alt – eine unvergleichliche Wirtschaftlichkeit bieten.

Technische Vorteile bekräftigen den Vorrang der Wasserkraft gegenüber anderen Erneuerbaren Energien: Mit einem Wirkungsgrad von 85 % (andere EEs 20 – 40 %) und dem hohen Reifegrad der Technologie liefern Anlagen bereits seit etlichen Jahrzehnten zuverlässig Strom. Gleichzeitig ist Wasserkraft – durch seine Speicherkapazität – in der Lage, bedarfsorientiert eingesetzt zu werden. Laufkraftwerke ermöglichen eine stabile Grundversorgung, sie produzieren unabhängig von Wind und Sonne an 356 Tagen im Jahr Strom, Tag und Nacht. Andere Kraftwerkstypen, wie z.B. Pumpspeicherkraftwerke, sorgen für eine bedarfgerechte Lieferung und sind lukrativ, indem sie zu Bedarfsspitzen, also Höchstpreisen, liefern können.

Die International Energie Agency, die einen weltweiten Anstieg der Stromproduktion um 70 % bis 2030 prognostiziert, geht daher davon aus, dass Wasserkraft unter den Erneuerbaren Energien weiter führend bleibt und überproportional stark mitwächst.

Das Potenzial von Wasserkraft

Wasserkraft ist, im Gegensatz zu anderen regenerativen Energien, schon seit langem nicht nur eine ökologische, sondern auch ökonomische Form der Energiegewinnung. Wasserkraftwerke bieten vielfältige Chancen für unterschiedliche Investoren. Regional ist das Potenzial in Deutschland für Privatinvestoren sehr beschränkt. Hierzulande können vor allem kleine Anlagen um 1 MW konzipiert und erworben werden, der Eigenkapitalbedarf liegt dabei zwischen 1 bis 2 Mio. Euro und die Renditeerwartung bei knapp 10 % p. a. (IRR). Aufgrund des geringen Volumens finden diese Investitionen aber selten den Einzug in Beteiligungsmodelle. Das ökonomische Wasserkraftpotenzial in Deutschland ist sehr beschränkt und mit Ausnahme einiger neuer Projekte, ohne den charakteristischen Reifegrad, für Privatinvestoren mit einem Investitionswunsch unter 200.000.- Euro nicht zugänglich. Große Chancen für entsprechenden Projekte bieten sowohl Skandinavien, wo Wasserkraft eine wesentliche Rolle spielt und lange Tradition hat, wie auch Südost-Europa, das bisher weniger als 50 % seines ökonomischen Wasserkraftpotenzials nutzt und durch die Veränderung des Strommarktes stark in den Fokus internationaler Investoren geraten ist.

Durch die lange Lebensdauer und die geringen Betriebskosten bieten Wasserkraftwerke über die anhand der aktuellen Strompreise kalkulierte Rendite hinaus erhebliches Potenzial. Energie-Agenturen und führende Analysten gehen von einer durchschnittlichen Preissteigerung von 4 % p. a. auf dem europäischen Strommarkt bis 2030 aus. Bei einem Verkauf der Anlagen nach einer, für Beteiligungsmodelle, üblichen Laufzeit von 20 Jahren entspricht die Preissteigerung im Strommarkt einem Wertzuwachs des Geschäftsmodells von über 100 % auf die ohnehin schon ansehnlichen Renditen.

Ob Heraklit mit seiner Flusslehre für die Investition in Wasserkraftwerke sprechen wollte, wird wahrscheinlich offen bleiben. Ausgeschlossen ist es nicht, da Römer und Griechen (einige Tausend Jahre nach den Chinesen) bereits Wasserkraft nutzten, ohne Frage trifft aber eines der überlieferten Zitate auf die Situation der Investoren zu: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen.“ Zu welchem Zeitpunkt Investoren Chanchen wahrnehmen wollen, ist eine Frage der individuellen Investitionsphilosophie. Privatinvestoren, die entlang der Macrotrends interessiert sind, Sachwertinvestitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien attraktiv finden und in Regionen mit starkem
Wirtschaftswachstum auch außerhalb von “old-Europe” investieren wollen, finden hier eine Anlageklasse mit außergewöhnlichen Chancen und einen historischen Einstiegszeitpunkt vor.

Aktuell wird die Bewertung des Aquila HydropowerINVEST II durch das AlphaAssets-Expertenpanel vorbereitet. Der Fonds investiert in ein Laufwasserkraftwerk in der Türkei und hat bereits einen Platzierungsstand von ca. 70 % erreicht. Aquila Capital hat, bislang als einziger Anbieter, bereits einen Wasserkraftfonds platziert und vollinvestiert. Der Aquila Norway HydropowerINVEST wurde mit einem Gesamtinvestionsvolumen von 10,4 Mio. Euro inkl. Agio als Private Placement angeboten und innerhalb eines Tages platziert. Der Fonds betreibt zwei Wasserkraftwerke im Westen Norwegens. Die Bewertung des aktuellen Fonds wird in Kürze veröffentlicht.

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Europäische Solarmärkte im Überblick

Sinkende Einspeisevergütungen und damit geringere Renditen haben die Initiatoren geschlossener Fonds bewegt verstärkt Projekte in Italien und Spanien in ihren Fokus zu nehmen. Die stärkere Sonneneinstrahlung verspricht zwar höhere Renditen, geht aber auch mit einer geringeren Rechtssicherheit einher. Im Rahmen der Finanzkrise ist das Vertrauen der Investoren so weit gesunken, dass selbst einige der erfolgreichsten Initiatoren unter Platzierungsschwierigkeiten leiden oder ihre Produkte sogar aus dem Vertrieb genommen haben. Was wie eine allgemeine Krise der Solarfonds aussieht ist ein hausgemachtes Problem, da zuverlässige Standorte wie Deutschland und Frankreich durch sinkende Komponentenpreise und günstige Finanzierungsbedingungen, trotz sinkender Einspeisevergütung, attraktiv geblieben sind.

Die Standorte im Überblick:

Deutschland
In den vergangenen Jahren hat sich die Bundesrepublik zum größten Photovoltaikmarkt der Welt entwickelt. Eine wesentliche Ursache hierfür: das stabile Marktumfeld. So verfügt Deutschland trotz EU-Schuldenkrise über ein Topbonitätsrating. Auch die Konjunktur zeigt sich robust: Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 %. Hinzu kommt der politische Wille zum Ausbau alternativer Energieträger. Dieser spiegelt sich insbesondere im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wider. Betreiber von Photovoltaikanlagen erhalten garantierte Vergütungssätze – über einen Zeitraum von 20 Jahren. Diese liegen im europäischen Vergleich noch immer hoch und bieten Investoren somit weiterhin attraktive Renditemöglichkeiten. Wie viel Strom ein Anbieter ins Stromnetz einspeisen kann ist abhängig von der eingestrahlten Energie der Sonne. In Deutschland liegt dieser Wert bei durchschnittlich 1.000 kWh pro Jahr. Der Beteiligungsmarkt in Deutschland ging mit den sinkenden Einspeisevergütungen stark zurück, durch sinkende Komponentenpreise und günstiger Finanzierungsbedingungen ist er aber attraktiv geblieben, was vor allem institutionelle Anleger mit zurückhaltenden Renditeerwartungen und hohem Sicherheitsbedürfnis intensiv genutzt haben und weiterhin nutzen.

Frankreich
Als zweitgrößte Volkswirtschaft der EU verfügt Frankreich über ein AAA-Länderrating von Standard & Poor’s (S&P) und weist eine solide konjunkturelle Entwicklung auf. So wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 %. Auch Frankreich fördert den Ausbau Erneuerbarer Energien – insbesondere Photovoltaik. Mit dem Ministerialerlass 1, vom Juli 2006 wurde eine attraktive Förderung beschlossen, die neben einer hohen Einspeisevergütung auch einen Inflationsausgleich vorsieht. Die Einspeisevergütung wird über die Laufzeit von 20 Jahren an den Lohnkosten- und Erzeugerpreisindex der französischen Industrie angepasst. Der Ministerialerlass 2, vom Januar 2010 beinhaltet immer noch eine attraktive Vergütung, war aber nur von kurzer Dauer. Aufgrund der Vielzahl daraus resultierender Anträge wurde die Förderung bereits im Dezember 2010 eingeschränkt und im März 2011 dann reduziert. Hieraus resultiert aber ein großer Vorteil für Investoren, bereits genehmigte Anlagen aus dem Ministerialerlass 1 und 2 profitieren noch vollumfänglich, also zu den alten  Einspeisevergütungen und über die volle Laufzeit, von der attraktiven Vergütung und dem Inflationsausgleich. Durch die feste Anzahl der bereits genehmigten Anlagen, wirkt man in Frankreich einer „Solar-Blase“ entgegen, was auch die Gefahr einer „Stimmungsmache“ gegen Solarenergie, wie sie hierzulande stattfindet,  vorausgreift.

Italien
Deutlich eingetrübt hat sich hingegen das Bild in Italien. Zwar liegt die Globaleinstrahlung mit 1.450 kWh hier noch einmal höher als in Frankreich. Das unsichere Marktumfeld wirkt jedoch belastend auf die Entwicklung der Photovoltaikbranche. Seit Jahren stagniert die Wirtschaft und die Staatsschulden steigen rapide an: Ende 2011 voraussichtlich auf 120 % der Wirtschaftsleistung, weshalb S&P die Bonität des Landes auf „A“ abstufte. Auf die zunehmende Verschuldung hat die italienische Politik mit massiven Sparprogrammen reagiert. Starke Einschnitte bei der Solarförderung waren die Folge. Aufgrund des enormen innenpolitischen Drucks musste Ministerpräsident Berlusconi Mitte November zurücktreten. Sein Nachfolger Mario Monti setzt den Sparkurs fort. Weitere Maßnahmen sind wahrscheinlich. Wie sich diese auf die Solarbranche auswirken werden, ist bis dato offen, was zu einer erheblichen Verunsicherung geführt hat. Einige Emittenten haben ihre Solarfonds aufgrund der damit einhergehenden Platzierungsschwierigkeiten oder auch aus Vernunftgründen bereits vom Markt genommen.

Spanien
Mit vergleichbaren Schwierigkeiten kämpft auch Spanien. Die Staatsverschuldung steigt seit Jahren kontinuierlich: In 2008 lag sie bei 40 % des BIP, für 2011 werden 70 % erwartet. Hinzu kommt ein stagnierendes Wirtschaftswachstum. Die makroökonomische Schieflage wirkt sich negativ auf die Solarförderung aus, da die Einspeisevergütung – anders als bspw. in Deutschland und Frankreich – nicht umlagefinanziert ist. Bei der Umlagefinanzierung trägt jeder Stromverbraucher einen Teil der Last. An bereits genehmigten Vergütungssätzen können kriselnde Staaten somit keine Veränderungen vornehmen. Anders in Spanien: Sogar rückwirkend wurden hier Einspeisevergütungen gekürzt. Vor dem Hintergrund der makroökonomischen Schieflage ist eine schnelle Gesundung Spaniens – und damit auch eine zeitnahe Erholung der Photovoltaikbranche – unwahrscheinlich. Investitionen in spanische PV-Anlagen finden aus diesen Grund auf dem deutschen Beteiligungsmarkt kaum noch statt.

Vergleich europäischer Solarmärkte

Vergleich europäischer Solarmärkte

Fazit
Das Angebot der Photovoltaik-Beteiligungen wird sich an die vorherrschenden Bedingungen anpassen müssen, zweistellige Renditeversprechungen gehören bei seriösen Anbietern der Vergangenheit an. Auch der Trend kürzere Laufzeiten und damit verbunden hohe Rückkaufwerte anzubieten kann daran nichts ändern, wobei dieser Umstand sicher geeignet ist zur nächsten Fehlentwicklung der Branche auszuwachsen.

Rechtssicherheit bieten zur Zeit vor allem Deutschland und Frankreich. Realistische Renditeerwartungen nach Steuern und ohne eingepreisten Veräußerungserlös der Anlagen, liegen bei 5 – 6 % p. a. (IRR) . Angebote mit einer deutlich höheren Nachsteuerrendite sind genau zu prüfen.  Wer höhere Renditen anstrebt muss auch ein höheres Risiko akzeptieren und ist damit in anderen Anlageklassen besser aufgehoben.

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Platzierungsergebnisse bei Solarfonds unter ihren Möglichkeiten

666,93 Millionen Euro eingeworbenes Eigenkapital, rund 19 Prozent weniger als im Vorjahresquartal meldete der Branchenverband VGF im November. Solarfonds und andere Beteiligungen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien verzeichneten noch bis Beginn diesen Jahres ein starkes Umsatzplus, liegen aber nun bei einem Rückgang von 44 % (Solarfonds QI, II, III 2011 zu Vergleichszeitraum 2010, lt. VGF Verband Geschlossene Fonds e.V.). Der steigende Energiebedarf weltweit und vor allem die garantierte Einspeisevergütung im Rahmen des EEG machen diese Produkte gut kalkulierbar und zudem zu einem „grünen“ und damit auch in dieser Hinsicht zukunftsträchtigem Investment. Der Rückgang der Platzierungszahlen beruht auf dem allgemeinen Vertrauensverlust bei Finanzprodukten und der Finanzkrise in Europa, wobei der vergleichsweisen anlegerfreundlichen Konzeption dieser Produkte nicht Rechnung getragen wird.

Während Mitte November die millionste deutsche Solaranlage in Betrieb ging, stellen sich Anleger weiterhin die Frage nach dem richtigen Investitionsstandort, auch die Vergleichbarkeit der angebotenen Produkte ist vor allem durch die unterschiedlichen steuerlichen Rahmenbedingungen und Kalkulationen zum Restwert einer PV-Anlage nicht gegeben. Bei einer einspeisenden PV-Anlage mit seriöser Kalkulation und hochwertiger Hardware hängt der Erfolg über die gesamte Laufzeit in erster Linie von den politischen und volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Investitionsstandortes ab.. Von der Politik als Anregung gesetzt, geben Debatten um Kürzungen immer wieder Anlass zur Frage, wie planbar der Ertrag für Investoren tatsächlich ist. Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: länderspezifisch sehr unterschiedlich. Die folgenden Zeilen bieten ein paar prägnante Aspekte, anhand derer leicht zu identifizieren ist, ob die Grundparameter einer Solaranlage stimmen.

Umlagefinanzierung – ein klares Plus
Wesentlich für die Beurteilung einer Einspeisevergütung ist neben der Höhe des Betrags die Dauer der Festschreibung und die Art der Finanzierung. Besonders am Beispiel Spanien zeigt sich, was bei makroökonomischer Schieflage passieren kann, sofern eine Finanzierung an den Staatshaushalt gekoppelt ist. Sogar rückwirkend wurden Einspeisevergütungen gekürzt. Bei einer Umlagefinanzierung – wie beispielsweise in Deutschland – trägt jeder Stromverbraucher einen Teil der Last. So können kriselnde Staatshaushalte an bereits
genehmigten Einspeisevergütungen nichts mehr ändern. Mit anderen Worten: Investoren sollten auf eine Umlagefinanzierung im Umfeld einer starken Volkswirtschaft achten.

Sonneneinstrahlung und Performance-Ratio
Wichtigste Größe zur Planung von Solaranlagen ist die von der Sonne eingestrahlte Energie. Je nach Tages- und Jahreszeit sowie Witterung ändert sich die Intensität dabei stündlich. In Deutschland liegt die Einstrahlung in den südlichen Bundesländern mit 1.000 bis 1.200 kWh pro Jahr am höchsten, in den nördlichen am niedrigsten (Schleswig-Holstein 850 kWh). Um die Leistung von Photovoltaikanlagen unabhängig von der Einstrahlung zu vergleichen, steht die Performance-Ratio zur Verfügung. Sie ermittelt das prozentuale Verhältnis zwischen dem Ist- und dem Soll-Wert der Anlage. Berücksichtigt werden dabei alle Faktoren, die einen Energieverlust bedeuten. Diese Brutto-Netto-Rechnung teilt den tatsächlichen, abgelesenen Anlageertrag in kWh pro Jahr durch den nominalen Anlageertrag, der real für die Einspeisung zur Verfügung steht. Die Performance-Ratio ist ein geeigneter Indikator für die Summe der Verluste, die beim PV-Generator durch Modultemperatur, Reflektion, geringe Bestrahlungsstärke auftreten, für Wirkungsgradverluste beim Wechselrichter und für Verluste, die durch Abschattung oder Betriebsausfälle vorkommen.

Leitungsverluste durch Art und Material der verwendeten Kabel, unterschiedliche Technologien zwischen Messgerät und Modul, aber auch der Wirkungsgrad des Wechselrichters können Einfluss auf die Performance Ratio nehmen. Generell kommt es bei allen Modularten zu einer altersbedingten Degradation. Etwa 20 % büßen die Module in einem Zeitfenster von 20 Jahren im Schnitt ein. Trotz aller externen Störfelder sind die Ertragsverluste einer Photovoltaikanlage bei regelmäßiger, professioneller Wartung gering: Leistungsfähige Anlagen erreichen momentan eine rentable Performance-Ratio von guten 80 %.

Blindpool vs. Direktinvestition
Sonneneinstrahlung, seriöse Gutachten und die Qualität der verwendeten Module und Wechselrichter lassen sich im Vorwege als Investitionskriterien festlegen und geben Investoren einen guten Anhaltspunkt für ihr tatsächliches Investment wenn die Beteiligung investiert ist. Das gilt allerdings nur, wenn diese Investitionskriterien klar formuliert sind und eingehalten werden. Hierbei ist nicht nur der Wille des Initiators gefragt, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Projektpartner. Über kaufmännisches und technisches Vermögen sind vor allem Erfahrungen und Referenzen gefragt. Am Beispiel Italien sieht man, dass auch betriebsbereite, technisch einwandfreie Anlagen nicht ans Netz gehen wenn es am Willen des Versorgers scheitert. Und eine Anlage deren Einspeisung sich um ein Jahr verzögert bleibt lange Zeit ein Ärgernis im Portfolio.

Bei PV-Anlagen lassen sich vergleichsweise gut kalkulierbare Annahmen treffen, dennoch birgt ein Blindpool viele Risiken, die in einer einspeisenden Bestandsanlage keine Rolle mehr spielen.

Was für Solar spricht
Vieles spricht ganz grundsätzlich für Photovoltaik, u.a. verzeichnet sie das höchste Kostenreduktionspotenzial aller Erneuerbaren Energiequellen. Innovationen und Effizienzsteigerungen führen zu kontinuierlich sinkenden Modulpreisen. Automatisierung, Massenproduktion und Einsparungen beim Rohstoff Silizium haben den Preis für Sonnenstrom kontinuierlich fallen lassen. Noch immer gehört reines Silizium zu den teuersten Grundstoffen der Photovoltaik. Doch heute werden pro Watt Leistung nur noch 5,6 Gramm benötigt. Im Jahr 2000 waren es noch 15 Gramm – Tendenz weiter fallend. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund kann von einer sich fortsetzenden positiven Entwicklung auf dem weltweiten Solarmarkt ausgegangen werden.

“Sinkende Komponentenpreise, gepaart mit günstigen Finanzierungszinsen sorgen, trotz gesunkener Einspeisevergütung für nahezu gleichbleibenden Renditechancen”, stellt Boris Beltermannn, Senior Manager Fund Structuring und Prokurist bei Aquila Capital fest und führt aus “Photovoltaikanlagen für Privatinvestoren bleiben aufgrund einer Vielzahl kalkulierbarer Faktoren eine gute und unkorrelierte Alternative zu Finanzprodukten in dieser Zeit und die Sonne kennt keine Volatilität”

Alles in allem bieten Solarinvestitionen gut kalkulierbare Wertbeständigkeit – auch in Zeiten nachlassender Konjunktur und steigender Inflation. Grundsätzlich weisen sie stabile und vergleichsweise unkorrelierte Auszahlungen auf, die in den meisten
Fällen staatlich garantiert sind. Darüber hinaus ist die Technik hoch professionalisiert und weitestgehend etabliert. Zurzeit kommt das historisch niedrige Zinsniveau hinzu. Es ermöglicht die günstige Finanzierung für Solaranlagen. Also viele gute Gründe, gerade jetzt das Asset Solar doch wieder in den Anlagehorizont zu nehmen.

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